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Das Bahnprojekt Fulda–Gerstungen

Projektziele und -rahmenbedingungen

Die Projektziele und -rahmenbedingungen erläutert Ihnen Dr. Alexander Nolte, Technischer Projektleiter im Bahnprojekt Fulda–Gerstungen, im Video.

 
 

Welchen konkreten Nutzen hat das Bahnprojekt Fulda–Gerstungen?

 
 

Rahmenbedingungen für die Planungen zum Bahnprojekt Fulda–Gerstungen

Das Ergebnis:
der Suchraum für die Trassenfindung

Weitere Informationen zu den Projektzielen und -rahmenbedingungen

 

Fragen und Antworten zu den Projektzielen und -rahmenbedingungen

In diesem Bereich veröffentlichen wir schrittweise Ihre beantworteten Fragen zur Themeninsel 1.
Fragen mit dem Zusatz FAQ sind vor dem Infomarkt erarbeitete, häufig gestellte Fragen zum Bahnprojekt Fulda–Gerstungen.

Das Projekt Fulda–Gerstungen ist notwendig, um den Engpass im Schienennetz zwischen Fulda und Bebra zu beseitigen und somit die Kapazität und Qualität im Nah- und Fernverkehr zu steigern sowie den klimafreundlichen Personenverkehr und Gütertransport zu stärken. Darüber hinaus sollen mit dem Bahnprojekt die Fahrzeiten im Korridor Frankfurt–Fulda–Erfurt–Berlin deutlich reduziert werden. Allein zwischen Fulda und Erfurt werden die Fernverkehrszüge mindestens zehn Minuten schneller sein als bisher. Dies ist notwendig, damit der neue Deutschlandtakt eingehalten werden kann, der abgestimmte, schnelle und verlässliche Verbindungen ermöglicht.

Ausgangspunkt für den Neu- bzw. Ausbau zwischen Fulda und Gerstungen sind die Vorgaben der Politik aus dem „Bundesverkehrswegeplan 2030“ (BVWP). Für das Bahnprojekt Fulda–Gerstungen gibt der BVWP vor, dass es einen geeigneten Anschluss an die Schnellfahrstrecke Hannover–Kassel–Würzburg (1733) geben soll und die Strecke bis Gerstungen oder an einem früheren Punkt wieder an die Bestandsstrecke angeschlossen werden muss.

Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass Bad Hersfeld weiterhin an das Fernverkehrsnetz angeschlossen bleibt.

Die Fahrzeit zwischen Fulda und Erfurt soll auf unter 62 Minuten verkürzt werden. Damit können optimale Anschlüsse, wie sie der Deutschlandtakt vorsieht, gewährleistet werden.

Die Rahmenbedingungen aus dem Projektinformationssystem zum Bundesverkehrswegeplan 2030 im Überblick:

  • 2-gleisiger Aus- bzw. Neubau in dem Korridor Wildeck / Blankenheim–Bad Hersfeld–Kirchheim / Langenschwarz
  • Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h
  • Bad Hersfeld bleibt weiterhin an das Fernverkehrsnetz angebunden

Der Bundesverkehrswegeplan ist ein Rahmenplan für alle Straßen-, Wasser- und Schienenwege in Deutschland. Er basiert auf einer Prognose, wie sich der Verkehr bis zum Jahr 2030 in Deutschland entwickeln wird.

Der Verlauf der Trassenführung für das Bahnprojekt Fulda–Gerstungen steht noch nicht fest. Die Deutsche Bahn als Vorhabenträger ist vom Bund beauftragt, eine genehmigungsfähige und in der Region akzeptierte Trasse zu finden, welche die verkehrlichen und volkswirtschaftlichen Projektziele erfüllt.

Im Herbst 2020 wurden mögliche Trassenkorridore für die Streckenführung definiert. Bis feststeht, welche Trasse die beste für Mensch und Umwelt in der Region sowie für die Erfüllung der Projektziele ist, sind aber noch weitere raumordnerische Untersuchungen und Verfahrensschritte notwendig.

Der Bundesverkehrswegeplan sieht vor, dass Bad Hersfeld weiterhin an das Fernverkehrsnetz angebunden bleibt. Aus diesem Grund untersucht die DB Netz, welche Möglichkeiten es gibt, die jeweiligen Trassen an die Region Bad Hersfeld anzubinden.

Der aktuelle Entwurf des Deutschlandtaktes berücksichtigt das Fahrzeitziel zwischen Fulda und Erfurt von 62 Minuten. Die Fahrzeit zwischen Fulda und Eisenach soll mit einem Zwischenhalt 43 Minuten betragen.

Das Bahnprojekt Fulda–Gerstungen befindet sich in einem frühen Planungsstadium. Derzeit wird das Raumordnungsverfahren vorbereitet, für das eine Antragsvariante gesucht wird. Ein detaillierter Zeitplan wird erst im Laufe der weiteren Planungen ausgearbeitet und dann im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung vorgestellt.

[Besucherfrage vom 23.09.2020]

Das Regierungspräsidium Kassel hat in seinem Unterrichtungsschreiben zur Antragskonferenz empfohlen, dass auch betrachtet wird, ob für die jeweils möglichen Ausfädelungspunkte aus der Schnellfahrstrecke 1733 (Hannover–Würzburg) die Möglichkeit einer Anbindung nach Norden besteht. Die Ergebnisse dieser Betrachtung fließen in die Bewertung der Varianten ein.

[Besucherfrage vom 25.09.2020]

Ein zentrales Anliegen der Deutschen Bahn ist es, Anwohner vor Schienenlärm zu schützen. Bis Ende 2020 will das Unternehmen den Schienenverkehrslärm im Vergleich zu 2000 halbieren.

Aufgrund der Maßnahmen im Lärmsanierungsprogramm des Bundes werden auf freiwilliger Basis parallel Lärmminderungsmaßnahmen an der bestehenden Infrastruktur umgesetzt. Seit 1999 flossen für solche Maßnahmen wie Lärmschutzwände oder den sogenannten passiven Lärmschutz 1,6 Milliarden Euro aus dem Lärmsanierungsprogramm des Bundes in die Schieneninfrastruktur.

Bei Neubauprojekten werden die erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen entsprechend der gesetzlichen Regelungen auf der Basis der 16. BImSchV berechnet und umgesetzt. In diesem Zusammenhang erfolgt auch die Ermittlung der erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen für das Bahnprojekt Fulda-Gerstungen. Da hierfür eine detaillierte Planung zugrunde liegen muss, können die erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen jedoch erst im weiteren Planungsverlauf ermittelt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www1.deutschebahn.com/laerm

[Besucherfrage vom 27.09.2020]

Ziel des Projektes ist die Auflösung des Engpasses im Güterverkehr zwischen Fulda und Bebra sowie die Fahrzeitverkürzung in der Relation Frankfurt und Berlin im Personenfernverkehr. Der Nutzen des Projektes steht im Zusammenhang mit den weiteren Maßnahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030. Die vorgenommene Umstellung auf elektronische Stellwerkstechnik diente dazu, den Engpass zwischen Fulda und Bebra kurzfristig weniger störanfällig zu machen. Die weiteren Planungen zur Ausgestaltung der Leit- und Sicherungstechnik erfolgt in einem späteren Projektstadium.

[Besucherfrage vom 04.10.2020]

Der Deutschlandtakt ist eine Konzeption des Bundes. Die DB Netz ist damit beauftragt, die Infrastruktur entsprechend der im Deutschlandtakt vorgesehenen Verkehre zu entwickeln. Aktuell gibt es den 3. Gutachterentwurf des Bundes.

Die Linien FV 97 und FV 12/13 halten in dem laut Deutschlandtakt als Bad Hersfeld/Bebra NBS bezeichneten Halt. Der beschriebene Halt wird innerhalb von zwei Stunden zwei Mal angefahren.

Die Linie FV 45/46 hält nicht zwischen Fulda- und Erfurt.

[Besucherfrage vom 28.09.2020]

Um die Möglichkeit der Verkehrslenkung herzustellen und um nachts den Engpass auf der Bestandsstrecke 3600 (Fulda–Bebra) für den Güterverkehr aufzulösen, müssen Güterzüge über die Neubaustrecke auf die Schnellfahrstrecke 1733 (Hannover–Würzburg) gelenkt werden können. Daher wird die Neubaustrecke sowohl für den Personen-, als auch für den Güterverkehr benötigt.

[Besucherfrage vom 28.09.2020]

Nicht nur die Bewohner der Städte werden von dem Bahnprojekt profitieren: Durch eine Trennung der schnellen und langsamen Verkehre wird der Nahverkehr in der Region zuverlässiger. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass der Fernverkehrshalt in der Region möglichst gut an den Nahverkehr angebunden wird. Von kürzeren Reisezeiten im Fernverkehr profitiert die gesamte Region, z.B. mit einer besseren Anbindung in die Metropolregion Frankfurt-Rhein/Main.

Bei umfassenden baulichen Maßnahmen werden entsprechend der 16. BImSchV Schallschutzmaßnahmen vorgesehen. Dies gilt für die Neubauabschnitte sowie wie für die Ein- und Ausfädelbereiche aus den Bestandsstrecken.

Somit sind die Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Neubaustrecke vor Lärm geschützt.

 

[Besucherfrage vom 04.10.2020]

Nach derzeitigem Planungsstand könnte die Neubaustrecke die Bestandsstrecke vor dem Bahnhof Bad Hersfeld höhenfrei überqueren, also mit einem Kreuzungsbauwerk. Im Bahnhof Bad Hersfeld könnte die Verknüpfung für den Güterverkehr mit der Bestandsstrecke 3600 höhengleich erfolgen.

 

 

[Besucherfrage vom 04.10.2020]

Die DB Netz berechnet im Rahmen einer Eisenbahnbetriebswissenschaftlichen Untersuchung (EBWU) die Kapazitäten von bestehenden und zukünftigen Bahnstrecken.

Hierbei wird eine Unterteilung in Fernverkehr, Nahverkehr und Güterverkehr vorgenommen.

Zukünftige Maßnahmen mit Auswirkung auf die Kapazität z.B. Blockverdichtung und Digitalisierung werden in der EBWU berücksichtigt.

Die Kapazität auf der Strecke 1733 ist begrenzt. Daher kann nur ein Teil der Güterzüge aufgenommen werden, die auf der Bestandsstrecke 3600 verkehren werden.

[Besucherfrage vom 04.10.2020]

Die Kapazität auf der Strecke 1733 (Hannover–Würzburg) ist begrenzt. Daher kann nur ein Teil der Güterzüge, die auf der Bestandsstrecke 3600 verkehren, aufgenommen werden. Im Rahmen des Projektes werden sowohl auf der Schnellfahrstrecke 1733 und der Bestandsstrecke 3600 weitere Maßnahmen zur Steigerung der Kapazität, wie bspw. eine Blockverdichtung, umgesetzt.

Durch die Auflösung des Engpasses auf der Strecke 3600 zwischen Fulda und Bebra können die im Bundesverkehrswegeplan 2030 prognostizierten Mehrverkehre zuverlässiger, stabiler und verlässlicher durchgeführt werden.

 
 

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