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Segmentvergleich

Bewertung und Vergleich als Herzstück der Planung

Der Segmentvergleich ist ein wesentlicher Planungsschritt im Trassenfindungsprozess. Er stand in den letzten Monaten im Fokus des Planungsteams. Was unter dem Segmentvergleich zu verstehen ist, welche Segmente miteinander verglichen wurden, erfahren Sie hier.

Frau Sass, Projektingenieurin der DB Netz AG, und Herr Avermann, Umweltplaner vom Büro Bosch und Partner, erklären im Videointerview wie der Segmentvergleich durchgeführt wurde.

Verglichene Segmente im Projekt Fulda-Gerstungen

Beim Segmentvergleich werden Teilstrecken der möglichen Trassenkorridore jeweils gesondert bewertet und dann miteinander verglichen. Dazu werden die Korridore in die sogenannten Segmente unterteilt. Diese sind jeweils durch Gelenkpunkte definiert, an denen sich mögliche Teilstrecken treffen bzw. trennen. Bewertet und verglichen werden also mögliche alternative Streckenführungen von einem Punkt zum nächsten.

Ziel ist es zu ermitteln, welches Segment oder welche Kombination mehrerer Segmente zwischen zwei Punkten im Vergleich am raumverträglichsten ist, die geringsten Auswirkungen auf Menschen und Umwelt hat und zugleich den wirtschaftlichen und verkehrlichen Anforderungen gerecht wird.

Insgesamt wurden im Bahnprojekt Fulda-Gerstungen fünf Segmentvergleiche durchgeführt.

Zielsysteme und Kriterien für die Bewertung

Die Bewertung und der Vergleich erfolgt entlang der drei Zielsysteme Raumordnung, Umwelt sowie Wirtschaft und Verkehr. Kriterien, entlang derer quantitative Daten erhoben werden, sind

  • die Betroffenheit raumordnerischer Belange, etwa Vorranggebiete für Hochwasserschutz oder für Landwirtschaft,
  • Auswirkungen auf wichtige Schutzgüter, insbesondere Menschen und Umwelt, etwa durch Lärm oder die Zerschneidung von Naturschutzgebieten, sowie
  • die Bewertung verkehrlicher und wirtschaftlicher Belange, zu denen Kosten für Bau und Instandhaltung wie auch die Fahrzeit zählen.

Das Vorgehen beim Segmentvergleich

Der Vergleich der Segmente erfolgt in aufeinander aufbauenden Schritten.

  1. Zunächst werden für jedes Segment je Zielsystem quantitative Daten erhobenen.
  2. Auf Basis der Daten bewertet das Planungsteam die Auswirkungen und Betroffenheiten je Segment qualitativ und erstellt eine Rangfolge.
  3. Dann werden die je Zielsystem präferierten Segmente gegeneinander abgewogen.

Idealerweise ergibt sich ein präferiertes Vorzugssegment. Nicht immer fällt das Ergebnis eindeutig aus. Dann können auch zwei oder mehrere Streckenabschnitte weiterverfolgt werden.

Das Erklärvideo zum Segmentvergleich erläutert Ihnen das Vorgehen anschaulich.

Sie fragen – wir antworten

Sie haben Fragen oder Hinweise zum Projekt oder möchten einzelne Aspekte gerne vertieft erklärt bekommen? Schreiben Sie Ihr Anliegen an fulda-gerstungen@deutschbahn.com . Wir setzen uns mit jeder eingehenden Nachricht auseinander und beantworten diese schriftlich.

Fragen und Antworten zu dieser Themeninsel werden wir hier veröffentlichen.

Im Erklärvideo wird für den Bereich Langenschwarz erläutert, dass beide Trassenvarianten annähernd gleiche Raumwiderstände aufweisen würden. Jedoch weise eine Variante deutlich günstigere Baukosten auf, weshalb diese Variante den Vorzug bekam. Welche Trasse wird von Ihnen favorisiert und mit welchen konkreten Zahlen? Ist es der Überholbahnhof Langenschwarz oder der Abschnitt Sandlofs/Schlotzau?

Im Segmentvergleich von Sandlofs/Schlotzau bis Holzheim wurden zwei Variantenabschnitte verglichen. Den Vorzug hat Variantenabschnitt 2 erhalten, der nach der nördlicheren Ausfädelung von der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg im Überholbahnhof Langenschwarz über das Schwarzbachtal in Richtung Holzheim verläuft. Eine Übersicht der Bewertungen für diesen Abschnitt finden sie in der Präsentation zum 10. Beteiligungsforum, Folien 25–28.